Erkenntnisse aus Abschlussarbeit


Mit dem erfolgreichen Abschluss des CAS in psychologischem und mentalem Training im Sport an der ZHAW, IAP habe ich mich intensiv mit einem Thema auseinandergesetzt, das mich als Ausdauer- und Ultracycling-Athlet seit Jahren begleitet: dem Umgang mit mentalen Tiefpunkten auf langen Distanzen.

Im Zentrum meiner Abschlussarbeit stand eine Umfrage unter erfahrenen Langdistanz- und Ultracycling-Athlet:innen sowie mehrere begleitende Fallbeispiele. Eine zentrale Erkenntnis zog sich dabei klar durch alle Daten: Mentale Tiefs, Zweifel und Krisen sind keine Ausnahme, sondern ein normaler Bestandteil von Ultra-Ausdauerbelastungen. Erfolgreiche Athlet:innen unterscheiden sich nicht dadurch, dass sie keine Tiefs haben, sondern dadurch, wie sie damit umgehen.

Besonders wirksam zeigten sich einfache und alltagstaugliche Strategien: Etappendenken statt Fokus auf die Gesamtdistanz, kurze und glaubwรผrdige Selbstgesprรคche, persรถnliche mentale Anker sowie ein bewusster Umgang mit den kรถrperlichen Grundlagen mentaler Stabilitรคt โ€“ Essen, Trinken, Schlaf, Wรคrme und Pausen. Auffรคllig war, dass viele Athlet:innen solche Strategien intuitiv nutzen, jedoch selten systematisch trainieren.

Die Arbeit mit konkreten Fallbeispielen hat mir nochmals deutlich gemacht, wie wichtig Individualitรคt und Passung im Mentaltraining sind. Es gibt keine Standardlรถsung, die fรผr alle funktioniert. Entscheidend ist, gemeinsam Strategien zu entwickeln, die zur Person, zur Erfahrung und zur jeweiligen Herausforderung passen โ€“ und die auch unter Mรผdigkeit und Druck abrufbar bleiben.

Fรผr meine zukรผnftige Arbeit nehme ich aus dem CAS und der Abschlussarbeit eine klare Haltung mit: Mentale Stรคrke bedeutet nicht Hรคrte um jeden Preis. Sie entsteht dort, wo Autonomie, Selbstwirksamkeit und realistische Zielbilder zusammenkommen. Genau dabei mรถchte ich Sportler:innen begleiten โ€“ praxisnah, ressourcenorientiert und mit einem tiefen Verstรคndnis fรผr die Realitรคt von Ausdauer- und Langdistanzsport.

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