
Während meines ersten Unterrichtblocks vom CAS in Psychologischem & mentalem Training im Sport habe ich die Selbstbestimmungstheorie von Deci & Ryan kennen gelernt und erst nach einiger Zeit zu verstehen begonnen. Nämlich als ich erste Athlet:innen begleitet und festgestellt habe, wie entscheidend die drei Komponenten der vorgenannten Theorie sind, um effektives Mentaltraining zu betreiben. Deshalb erläutere ich nachfolgend was diese aus meiner Sicht und fürs Mentaltraining bedeutet.
Autonomie
Mein Ziel ist nicht, dass es mich immer braucht. Gute Begleitung macht Menschen unabhängiger. Mentale Stärke entsteht, wenn Athlet:innen eigene Strategien entwickeln. Ich gebe keine fertigen Antworten vor. Ich unterstütze Menschen dabei, ihren eigenen Weg zu finden. Selbstwirksamkeit ist nachhaltiger als kurzfristige Motivation. Gute Mentalarbeit sollte nicht dazu führen, dass Menschen von einem Mentaltrainer abhängig werden. Sie sollte dazu beitragen, dass sie Herausforderungen zunehmend selbständig bewältigen können.
Beziehung
Vertrauen entsteht nicht durch Titel oder Zertifikate. Klient:innen sind Expert:innen für ihr eigenes Leben.
Ich muss nicht alles wissen. Ich höre zu bevor ich interpretiere. Professionelle Zurückhaltung ist oft wichtiger als schnelle Ratschläge. Es darf Raum für Unsicherheit, Zweifel und eigene Ideen geben. Verstehen kommt für mich vor Intervenieren. Die besten Lösungen entstehen nicht durch meine Ideen, sondern durch die richtigen Fragen und schliesslich deiner eigenen Kreativität.
Kompetenzerleben
Menschen müssen Interventionen verstehen. Strategien müssen einfach sein. Komplexität beeindruckt oft mehr als sie hilft. Wenige passende Werkzeuge sind wertvoller als ein grosser Methodenkoffer. Das Ziel ist nicht theoretisches Wissen, sondern praktische Anwendbarkeit. Die beste Technik nützt wenig, wenn sie unter Druck, Müdigkeit oder Stress nicht abrufbar ist. Nicht die Anzahl Methoden entscheidet über den Erfolg, sondern deren Passung und Anwendbarkeit.
Zwischen Wissenschaft und Individualität
Meine Arbeit basiert auf wissenschaftlich fundierten und in der Praxis erprobten Ansätzen. Gleichzeitig gibt es keine Standardlösung, die für alle Menschen gleich funktioniert. Die Wissenschaft liefert wertvolle Orientierung. Die konkrete Umsetzung entsteht jedoch immer gemeinsam mit dem Menschen, der mir gegenüber ist (physisch oder virtuell).
- evidenzbasierte Grundlagen
- keine Esoterik
- keine Wunderversprechen
- individuelle Anpassung
Die Wissenschaft liefert die Landkarte. Der Weg entsteht gemeinsam.
Siehe auch meine frühreren Beiträge: Wenn das Abenteuer warten muss oder Was der Rubikon mit Zielen zu tun hat


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